08. Januar 2019 – Pressemitteilung „Windpark-Pläne sorgen für Existenzängste“

Unter dem Motto „Immer am Ball und miteinander im Gespräch bleiben“ fand am Montag, den 7. Januar 2019, um 15.00 Uhr eine Gesprächsrunde zwischen Landrat Dr. Stefan Kerth (SPD) und Vertretern der Bürgerinitiative Gingst „Für eine intakte Natur – ohne Windgiganten“ im evangelischen Pfarramt in Gingst statt.

Die Bürgerinitiative hatte sich im Sommer 2017 gebildet, weil das Regionale Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) zwischen Gingst und Pansevitz ein Eignungsgebiet für einen Windpark von über 79 Hektar ausgewiesen hat. Die Befürchtung der Bürger war u.a., dass in diesem sensiblen Bereich Westrügens ein Windpark mit Windräder gebaut werden könnte, deren Gesamthöhe bis zu 250 Metern Höhe reicht. Grund genug, um sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen.

Begleitet wurde Landrat Dr. Stefan Kerth (SPD) deshalb u. a. von Henry Schmuhl, dem Vorsitzenden des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern und der Planungsregion Vorpommern. Dieser konnte in fachlicher Hinsicht die Fragen zur Arbeit des ehrenamtlich tätigen Ausschusses bestens beantworten.

An Tischen, die in der Formation eines runden Tisches standen, wurden die Argumente und Gegenargumente zu den einzelnen Positionen sachlich ausgetauscht. Dabei wurden die Themen offen und direkt angesprochen. Seitens der Bürgerinitiative wurde deutlich gemacht, daß oftmals der Eindruck entsteht, die Einwendungen der Bürger würden nicht immer wirklich ernst genommen. Dabei wurde auch klar, dass neben der Gesundheit der Bürger, dem Natur- und Landschaftsschutz es auch um Lebensgrundlagen geht:
„Es geht nicht nur um Wertminderungen von Grundbesitz und Eigenheimen, es geht um die Existenzen von Menschen, die hier leben. Hier stehen Finanzierungen von Grundstücken und Häusern auf dem Spiel. Denen können wir nicht einfach erzählen, es wäre eine beschlossene Sache mit dem Windpark…“

Wie zu vernehmen war, werden seit kurzem Eigentümer von 231 Grundstücken aus der Gemeinde Gingst von einer namhaften Rechtsanwaltskanzlei juristisch beraten und vertreten.

Landrat Stefan Kerth stellte die kommunalrechtliche Situation bei Windeignungsgebieten und die daraus möglichen wirtschaftlichen Entwicklungschancen für die Region dar. Er versprach einen Antrag der Gemeinde Gingst auf die Erweiterung des Landschaftsschutzgebietes an den Landkreis Vorpommern-Rügen genau zu prüfen. Rund 2 ½ Stunden dauerte die Diskussion. Letztlich konnten nicht alle Sachfragen eingängig geklärt werden. Aber die Beteiligten bleiben am Ball und miteinander im Gespräch.