Neuigkeiten

27. November 2018 – Offener Brief an Philipp da Cunha (SPD), MdL

Sehr geehrter Herr da Cunha,

Ihr Bestreben, dem populistischen Treiben der AfD in Sachen Klimapolitik zu widersprechen, ehrt Sie natürlich. Dass Sie aber im ideologischen Gegenzug gleich die große Zustimmungswelle zur Energiepolitik des Landes in der Bevölkerung ausmachen, ist dann doch ein bisschen grob gestrickt! Und – Entschuldigung! – leider auch Ihr Bild von der Rettung der Welt durch Windräder.

Okay, als energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion vertreten Sie natürlich die Position von Minister Pegel. Schade! Denn nach 16 Semestern Studium der Elektrotechnik kennen Sie sicher, auch wenn Sie gleich danach in der Politik gelandet sind, die Problematik einer gesicherten Stromversorgung aus volatilen Quellen. Auch dass der ungezügelte Bau weiterer Windräder kaum zur CO2- Reduzierung beiträgt, da massenfähige Speicher und ausreichende Netzleitungen in den nächsten 10 Jahren nicht verfügbar sind, dürfte Ihnen nicht entgangen sein.

Entgangen indes ist Ihnen und der SPD-Fraktion ganz offensichtlich die kritische Haltung vieler Gemeinden und ihrer gewählten Vertreter zu einem weiteren Ausbau der Windenergie vor ihrer Haustür. Um Ihre Erkenntnisse aus der Forsa-Umfrage zu ergänzen: Von den ca. 1000 Befragten hat weniger als die Hälfte überhaupt Windanlagen im eigenen Umfeld, und nur ca. 50 Menschen wohnen in einem Abstand von 1000 Meter zu WEA, dem Abstand also, den die SPD zum Schutz der BürgerInnen für ausreichend hält. Über deren Zufriedenheit erfahren wir leider nichts bei Forsa. Ohnehin ist die von Ihnen (und in der Umfrage) vorgenommene Verengung der Energiewende auf Windenergie befremdlich. Da geht bestimmt noch was im Erkenntnisprozess, nicht nur bei der AfD, oder?

Wenn Sie wissen möchten, wie die betroffenen Anwohner auf dem Land darüber denken, können Sie das zum Beispiel bei uns erfahren. Denn auch wir leben längst mit einem Windpark in der Nähe. Gegen einen zusätzlichen noch größeren Windpark haben wir in Gingst in kürzester Zeit 3000 Unterschriften gesammelt und an Minister Pegel übergeben. Alle umliegenden Gemeinden und sogar der Landrat Vorpommern-Rügen lehnen das WEG Gingst ab. Ihre Parteigenossen Dr. Stefan Kerth und MdB Sonja Steffen haben sich dem angeschlossen.

Wie Sie zu Ihrer Wahrnehmung von großer Zustimmung zur Energiepolitik gefunden haben, wissen wir nicht. Aber Sie stellen völlig richtig fest, dass Ihre Partei für die Beteiligung der Bürger mehr tun kann. Laut Forsa fühlen sich nur 3% der Befragten sehr gut informiert. Allerdings: viel zu informieren gibt es leider nicht, da die von Ihrer Partei geführte Landesregierung die Bürgerrechte weitgehend ausgehebelt hat. Wer bereits wie wir zwei Beteiligungsverfahren durchlaufen hat, der weiß, welche Farce das ist. Fakten, sachliche Argumente, Bedenken und Ängste betroffener Bürger werden ausnahmslos weggebügelt. Ein Vorhaben, mit dem sinnlos Kollateralschäden an Mensch, Natur und Umwelt in Kauf genommen werden, kann auch eine Forsa-Umfrage nicht legitimieren!

Vielleicht ist da das Ergebnis einer ganz anderen Forsa-Umfrage zutreffender: Die SPD rutscht auf 13 Prozent.

Mit freundlichem Gruß

Siegbert Geitz

„Windkraft kann krank machen“ – Der Vortrag von Frau Dr. Susanne Kirchhof

Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger aus Gingst und Umgebung hatten sich am 09.11.2018 zum Vortrag von Frau Dr. Susanne Kirchhof eingefunden.

Thema des Abends war „Windkraft kann krank machen“. Frau Dr. Kirchhof erklärte in dem brillanten Vortrag die derzeitige Fakten- und Beweislage über die Gesundheitsschädigungen durch Schall von Windkraftanlagen. So steht fest, dass im Abstand bis 20km u.a. Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Beklemmungsgefühle und Panikattacken vermehrt auftreten. Bis zu 30% der Menschen in diesem Umkreis werden von diesen Symptomen beeinträchtigt. Oft genug verlassen Menschen ihre angestammte Heimat, um ihre Gesundheit zu schützen. Am meisten leiden Kinder unter der Lärmbelastung. Das Tückische an den Schallemissionen von Windkraftanlagen ist, sie sind oft nicht hörbar, werden aber vom gesamten Körper aufgenommen und verarbeitet. „Menschen werden in der Nähe von Windkraftanlagen zu Versuchskaninchen, da niemand die Unbedenklichkeit von Windanlagen belegen kann.“ so ein Teilnehmer in der anschließenden Diskussion.

„Neben dem Raubzug auf unsere Geldbörsen durch die durch das Erneuerbare Energien Gesetz verursachten hohen Stromkosten und der faktischen Enteignung unserer Häuser durch Wertverlust, rauben sie uns auch unser Recht auf körperliche Unversehrtheit“, machte eine weitere Teilnehmerin ihrem Ärger Luft. Am Ende waren sich alle einig: Windkraft kann uns krank machen und die Politik lässt uns im Stich.

Hier zur Tonaufzeichnung des Vortrags (von Rügen – Sound).

Nun auch die Präsentation zum Vortrag:
Windkraftanlagen können krank machen

BI-Versammlung am Mittwoch, 17. Oktober 2018

11. BI-Versammlung am Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19 Uhr, Mensa der Gingster Schule, Hermann-Matern-Str. 1

Es gibt Neuigkeiten, negative und auch positive. Außerdem bereiten wir in der Versammlung die Einwendungen für das 4. Beteiligungsverfahren vor.

Auch nach der Verbandsversammlung des RPV – es geht weiter

Am 25.09.2018 fand eine Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbands Vorpommern statt. Wichtiges Thema waren die Ergebnisse der dritten Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf der zweiten Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms – und damit auch um unser Anliegen. Bei aller Enttäuschung bleibt ein Lichtblick: Es wird noch eine vierte Öffentlichkeitsbeteiligung geben.

Hier ein Bericht über die Verbandsversammlung und unseren Einsatz:
Bericht aus dem Rügen-TV

Ein Brief an die Mitglieder und Freunde der Bürgerinitiative – August 2018

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Nachbarinnen und Nachbarn, sehr geehrte Damen und Herren,

die Auseinandersetzung um die Windindustrieanlage auf Gingster Boden ist nicht vorbei. Wir gehen davon aus, dass am 25. September ein weiteres, das 4. Beteiligungsverfahren beschlossen wird. Wir werden deshalb im Oktober zu einer Versammlung der BI Gingst F.E.I.N. – ohne Windgiganten einladen. Näheres und weitere Informationen erfolgen in den nächsten Wochen.
Aber es gibt auch Hoffnung! Von unerwarteter Seite erhalten wir Unterstützung für unsere berechtigten Forderungen. Die Kritiker des zügel- und sinnlosen Ausbaus der Windindustrieanlagen werden mehr.
Jens Köppen, Bundestagsabgeordneter der CDU für Uckermark und Barnim, Zitat:
„Die Windkraftanlagen der nächsten Generationen würden bis zu 250 Meter hoch. Zum Vergleich: Das Restaurant im Berliner Fernsehturm liegt in einer Höhe von 207 Metern. Nun stelle man sich vor, Gemeinden werden von solchen Anlagen umzingelt — da sind 800 oder 1000 Meter Abstand zu den Wohngebäuden einfach zu wenig. Das ist nicht mehr zumutbar.”

“Nur der reine Zubau von Energieanlagen – ohne die entsprechende Aufnahmefähigkeit der Netze –führe dazu, dass Anlagen abgeschaltet werden müssten, die Betreiber aber dennoch ihre prognostizierte Vergütung bekämen.“
“Die Rechnung dafür bezahlt der Stromkunde über die EEG-Umlage.”

Folgendes war über Eckhardt Rehberg, Bundestagsabgeordneter der CDU für Mecklenburgische Seenplatte II – Landkreis Rostock III, in der OZ vom 17.08.2018 zu lesen:
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg hat einen zeitweiligen Stopp beim Ausbau der Windkraft an Land sowie mehr Entscheidungskompetenz für Kommunen gefordert. Wegen schwindender Akzeptanz des Windkraftausbaus, sinkender Grundstückswerte und der mangelnden Kapazität der Stromnetze sei eine Aussetzung richtig, sagte der CDU-Haushaltsexperte am Donnerstag zum Abschluss seiner SommerWahlkreistour.

Die Umfrageergebnisse der letzten Wochen haben sicher einen Beitrag zum Sinneswandel geleistet, denn die noch sogenannte „Große- Koalition“ aus CDU und SPD hätte Stand heute keine Mehrheit mehr in MV und auch keine Mehrheit mehr im Bundestag! Diese Zahlen sind auch Ergebnis des sinn- und zügellosen Ausbaus der Windindustrieanlagen.

Forsa-Umfrage aus Juni zum Landtag MV:
SPD 25%, AfD 22%, CDU 18%, Linke 16%, Grüne 8%, FDP 4%

Forsa-Umfrage vom 11.08.2018 zur Bundestagswahl:
CDU 30%, SPD 18%, Grüne 15%, AfD 14%, FDP 10%, Linke 9%

Liebe Grüße
Siegbert Geitz

Plakat-Aktion der Gruppe Anonymos Rugia

Die Gruppe Anonymos Rugia hat, wie schon anlässlich unserer letzten Versammlung angekündigt, eine weitere Aktion umgesetzt.
Aus Richtung Gingst nach Bergen kommend, sieht man diese Plakate, wenn die B96 überquert wird.
Eine tolle Aktion, die uns hilft den Windkraftkrampf zu verhindern!

Offener Brief der BI an Ministerpräsidentin Schwesig

Offener Brief

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,

wir, die Mitglieder der Bürgerinitiative Gingst F.E.I.N. – ohne Windgiganten, setzen uns dafür ein, dass die Insel Rügen das bleiben kann, was sie derzeit ist: ein Ort, dessen Schönheit und Attraktivität in seiner ursprünglichen Natürlichkeit begründet ist – einer Natürlichkeit, an der die meisten Bürger hängen und die zugleich Grundlage ist für den Tourismus und mehr als 20 % der Arbeitsplätze der Insel.

Aktuelle Pläne, in Gingst einen Windenergiepark zu errichten, würden den Charakter der Insel grundlegend und nachhaltig verändern, mit unabsehbaren Folgen für den Tourismus. Wir appellieren an Sie: Helfen Sie, dass wir uns in unserer Heimat Rügen weiter zu Hause fühlen können, und sorgen Sie für eine klare Entscheidung zugunsten der touristischen Nutzung der Insel!

Aber es geht uns nicht nur um unsere Insel, es geht auch um unser Land. Der Energiewende liegen richtige und wichtige Überlegungen zugrunde. Ohne Zweifel müssen wir unseren Beitrag leisten, den Klimawandel zu verlangsamen. Was wir im Moment jedoch sehen, ist ein gigantisches Experiment – Experiment, weil noch zahlreiche technische Fragen und Auswirkungen der Energiewende auf die Bürger ungeklärt sind. Trotz dieser Unklarheiten wurden bereits Milliarden Euros für Windparks und Leitungswege ausgegeben, die die Bürger über einen ständig steigenden Strompreis finanzieren müssen – und das ist erst der Anfang. Die Entscheidung, den Bürgern die Risiken dieses Experiments aufzubürden, ist seiner Zeit im Hauruckverfahren vom Bundestag getroffen worden. Eine ausführliche Debatte darüber hat es nicht gegeben. Wir fordern deshalb eine demokratische Energiewende, das heißt eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema, in der alle Zahlen und Fakten auf den Tisch kommen – auch diejenigen, die nicht ins Schema der derzeitigen Politik passen. Wir fordern eine Energiewende, der ein technologisch überzeugendes und ausgereiftes Gesamtkonzept zugrunde liegt. Wir wollen insbesondere wissen, wie die Deckung unseres Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen garantiert wird, solange es keine ausreichenden Speicherkapazitäten gibt, die Strom auch dann liefern, wenn Wind und Sonne nicht genug Strom für alle hergeben. Wir wollen wissen, warum bisher z.B. die Tiefengeothermie (Erdwärme) als Lieferant für Wärmeenergie, die im Gegensatz zu Windparks Landschaft und Natur nicht beeinträchtigt, oder Energiesparen im Energiewendekonzept praktisch nicht vorkommt. Wir möchten wissen, welche Kosten auf die Bürger mit dem weiteren Ausbau der Energiesysteme zukommen, auch durch die Umstellung auf neue Heizungssysteme und Transportmittel in den Privathaushalten.

Wir fordern: Solange nicht die vom Bundesrechnungshof im Januar 2017 und April 2018 angemahnte Folgenabschätzung der Energiewende vorliegt und solange es keinen Masterplan für die Versorgung des gesamten Bundesgebiets mit erneuerbaren Energien gibt, sollten keine weiteren Windenergieparks in unserem Land mehr genehmigt und errichtet werden.

Energiewende ja! Aber sie muss transparent, ausgewogen und in ihren Auswirkungen berechenbar – mit anderen Worten: bürgerfreundlich – sein! Und nur durch eine bürgerfreundliche Energiewende wird das Vertrauen der Menschen in die demokratischen und gemäßigten politischen Kräfte unseres Landes erhalten bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Warmbrunn                                     Siegbert Geitz
Sprecherin                                                           Sprecher